Wir werden Mühlenexperten

Am 15. September erhielten die Kinder der 3a Besuch von Herrn Tönnies aus dem Museum Industriekultur.

Er hat wieder Spannendes mitgebracht: Modelle von verschiedenen Mühlen.

 

Die Modelle wurden genau begutachtet, Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden entdeckt, Möglichkeiten der Kraftgewinnung bedacht (Wasserkraft, Windkraft) und noch vieles mehr. Einiges davon wollen wir vorstellen:

 

Welche Mühlen wurden mitgebracht?

Eine Wassermühle gewinnt ihre Energie mit Hilfe der Wasserkraft. Das Wasserrad, welches in diesem Modell außen zu sehen ist, kann sich - je nach Art des Rades - im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Dies hängt davon ab, ob der Wasserzufluss von oben oder von unten erfolgt.

Wenn das Wasser von oben auf das Wasserrad "schlägt", nennt man dies "oberschlächtig". Wenn es von unten auf das Wasserrad trifft, ist es "unterschlächtig".

Die Bockwindmühle steht auf "Böcken". Sie wird mit ihrem ganzen Aufbau in den Wind gedreht. Der Wind muss immer "von vorn" kommen, damit sich die Flügel der Mühle drehen.

Wie wird die Bockwindmühle in den Wind gedreht? Sie hat an der Rückseite, die der Seite mit den Flügeln gegenüber liegt, einen "Stert" - eine Vorrichtung, mit der man die Mühle in den Wind drehen kann. Dies kann der Mensch machen (das ist aber ziemlich schwer). Man hat früher aber durchaus auch Pferde eingespannt und mit ihrer Hilfe die Mühle in den Wind gedreht.

Bei diesem nachgebauten Modell kann man auch in das Innere der Mühle schauen.
Bei diesem nachgebauten Modell kann man auch in das Innere der Mühle schauen.

Dieses Modell von einer Holländermühle ist vielen sicher sehr vertraut und wird deshalb auch gern als eine "typische" Windmühle genannt. Ihre Besonderheit ist die sogenannte "Galerie", die den Unterbau umgibt. Deshalb wird sie mitunter auch Galeriewindmühle genannt. Hier wird nicht der ganze Aufbau bewegt. Die Flügel sind an einer "Kappe" befestigt. Nur die Kappe wird in den Wind gedreht. Deshalb ist sie noch unter einem weiteren Namen bekannt: Kappenwindmühle.

Die bewegliche Kappe erleichterte dem Müller die Arbeit deutlich, weil es weniger anstrengend war. Noch besser: An der gegenüberliegenden Seite ist ein weiteres kleines Windrad (wieder wie eine Art "Stert") befestigt. Dies hilft, die Kappe in die optimale Position zu bringen.

 

 

Die Köchermühle ist eine Mischform

mit Elementen aus einer Bockwindmühle und einer Holländermühle. Sie hat den Aufsatz ähnlich einer Bockwindmühle, verfügt aber auch über eine Galerie, über ein Windrad und einen "Stert.

 

Weil der Bauch dieser Mühle (der Unterbau) einem Köcher ähnelt, wird sie mitunter auch Koker- oder Köchermühle genannt.
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Wir haben viel gelernt: Mühlen nutzten v.a. Wind und Wasser, um Energie zu gewinnen. Aber wie wird die Energie im Inneren der Mühle genutzt? Dazu haben wir uns (nicht nur) mit diesen Begriffen beschäftigt:

  • das Kammrad - angetrieben von der Wind- oder Wasserkraft überträgt es diese auf die Königswelle,
  • das Kronenrad - seine Zähne greifen in das Kammrad, es treibt die Königswelle an,
  • die Königswelle - der wichtigste Teil der Mühle: wenn sie sich nicht dreht, steht die ganze Mühle still.

Zum Schluss haben wir die Bedeutung des Wappens der Müller besprochen:

  • Zirkel, Winkel und Lot stehen für die Sorgfalt, mit der der Müller arbeiten muss.
  • Das Mühlrad repräsentiert den Beruf des Müllers.
  • Zwei Löwen repräsentieren Wind und Wasser.
  • Die Ähren stehen für das Getreide, welches in der Mühle gemahlen wird.
  • Den Gruß "Glück zu" wünscht man sich unter den Müllern, damit alles gut weiterläuft.

Es waren spannende 45 Minuten! Danke dafür, Jan!